BF Coesfeld

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde des Bildungsforums

Das Jahr 2025 war für das Katholische Bildungsforum Coesfeld ein Jahr der Herausforderungen, aber auch der Weichenstellungen für die Zukunft. Die finanziellen Rahmenbedingungen gestalteten sich aufgrund von Kürzungen durch die Landesregierung erneut schwierig. Besonders betroffen waren die Kursfinanzierungen für benachteiligte Gruppen. Um das Landesprogramm aufrechterhalten zu können, mussten wir mit Eigenmitteln in Höhe von etwa 6.000 Euro einspringen. Dieser Schritt war notwendig, um unsere bildungspolitische Verantwortung wahrzunehmen, verursachte jedoch gleichzeitig ein kleines Defizit. Die Finanzplanung dominierte das gesamte Jahr 2025 und band erhebliche Ressourcen. Über viele Monate hinweg war es uns aufgrund der neuen Software nicht möglich, Buchungen vorzunehmen oder aussagekräftige Rückschlüsse aus den Finanzzahlen zu ziehen. Das Jahr 2025 muss daher als „Blindflugjahr“ bezeichnet werden, in dem die Verwaltungskräfte unter enormem Druck standen, um bis zum Jahresende zumindest die Einrichtung und Zuordnung der meisten Buchungen zu regeln. Wir hoffen, dass uns im ersten Quartal 2026 endlich belastbare Zahlen vorliegen, die wir auswerten und für strategische Entscheidungen nutzen können.

Finanzielle und administrative Herausforderungen
Die bürokratischen Anforderungen an unsere Arbeit stiegen weiter an und überforderten in einigen Be-reichen die Verwaltungskapazitäten. Bereits 2024 absehbar, mussten wir uns im Laufe des Jahres 2025 von einzelnen inhaltlichen Angeboten trennen, um die Arbeitsfähigkeit der Einrichtung nicht zu gefährden. Zur Entlastung wurde Ende 2025 ein Angebot gekündigt und ein Programmzuschlag zurückgegeben. Diese Schritte waren schmerzhaft, aber notwendig, um die Kernaufgaben des Bildungsforums weiterhin qualitativ hochwertig erfüllen zu können.
Ein Lichtblick war der Abschluss unserer Beteiligung am NRW-Landesprogramm zur Förderung der Elektromobilität. Die geförderten Ladestationen an den Familienbildungsstätten in Lüdinghausen und Coesfeld sowie an der Zentrale am Südring in Coesfeld konnten erfolgreich in Betrieb genommen werden. Sobald das Förderprogramm erneut aufgelegt wird, ist eine Weiterverfolgung des Programms für die anderen Einrichtungen geplant.
Nachhaltigkeit und CO₂-Reduktion bleiben zentrale Anliegen des Bildungsforums. Nach zwei Anläufen im Jahr 2024 gelang es im Jahr 2025, ein eigenes System zur Dokumentation und Prüfbarkeit von Verbrauchsdaten zu etablieren. Die Piloteinrichtung in Lüdinghausen sammelte dabei wertvolle Erfahrungen, deren Daten bis Ende 2025 in eine Gesamtübersicht überführt werden konnten. Ab 2026 können nun alle Einrichtungen des Bildungsforums in die systematische Dokumentation und Auswertung ein-steigen – ein wichtiger Schritt, um unsere ökologische Verantwortung messbar und transparent zu gestalten.

Verwaltung und Digitalisierung: Zwischen Stillstand und Innovation
Die Harmonisierung der Prozesse im gesamten Bildungsforum ist und bleibt eine Daueraufgabe. Trotz intensiver Bemühungen gestalten sich die Fortschritte bei der Digitalisierung unserer täglichen Arbeit weiterhin zäh. Veraltete Softwarelösungen und unnötige Datenübergaben behindern effiziente Abläufe und binden unnötig Ressourcen. Besonders problematisch ist die Abhängigkeit von unserem IT-Anbieter Kufer SQL, dessen marktbeherrschende Stellung uns bisher daran gehindert hat, grundlegende Erneuerungen umzusetzen.
Doch hier zeichnet sich ein Wandel ab. Seit Herbst 2025 gehen wir einen neuen Weg. Gemeinsam mit einem agileren Dienstleister entwickeln wir auf Basis unserer Grunddaten ein KI-gestütztes Datentool, das vor allem die Arbeit unserer Verwaltungskräfte deutlich vereinfachen soll. Dieses Projekt ist ein erster, aber entscheidender Schritt, um die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt endlich auch im Bildungsforum abzubilden und unsere Prozesse zukunftsfähig zu gestalten.

Kooperationen und Arbeitsbedingungen
Ein besonderer Meilenstein war das fünfjährige Bestehen des EinsA in Dülmen im Jahr 2025. Auch wenn die Organisation des EinsA aus unserer Sicht nach wie vor nicht optimal ist, hat sich in der täglichen Zusammenarbeit ein gewinnbringender und kollegialer Modus etabliert, von dem alle Beteiligten profitieren.

Leider mussten wir uns im Jahr 2025 von unserem langjährigen Partner, dem TÜV, als Anbieter für Arbeitssicherheit trennen. Wiederholte Unzuverlässigkeit und mangelnde Vorbereitung auf die Arbeitssicherheitssitzungen des Bildungsforums ließen uns keine andere Wahl. Für das Jahr 2026 ist der Neuaufbau der Zusammenarbeit mit einem kleineren, regionalen Anbieter vorgesehen, von dem wir uns mehr Flexibilität und Praxisnähe erhoffen.
Fachlicher Austausch und neue Impulse
Im Jahr 2025 besuchte das Leitungsteam erstmals eine fremde Einrichtung der Familienbildung, um von den dortigen Fachkolleginnen neue Impulse und Verfahrensweisen kennenzulernen. Der Besuch bei der FABI Osnabrück erwies sich als äußerst gewinnbringend und führte zu wichtigen Erkenntnissen, die 2026 in die eigene Arbeit einfließen werden. Dieser Austausch soll künftig regelmäßig stattfinden, um von Best-Practice-Beispielen zu lernen und die eigene Arbeit kontinuierlich zu verbessern.

Fazit und Ausblick
Das Jahr 2025 war geprägt von finanziellen Engpässen in Einzelpositionen, administrativen Hürden im Finanzwesen sowie der Abwicklung einzelner Kursangebote und der Notwendigkeit, Prioritäten neu zu setzen. Dennoch konnten wir in zentralen Bereichen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Kooperation wichtige Fortschritte erzielen. Der Aufbau eines KI-gestützten Datentools, die Etablierung eines Nachhaltigkeitsmonitorings und die Neuausrichtung der Arbeitssicherheit zeigen dies eindrucksvoll. Das Katholische Bildungsforum Coesfeld ist bereit, sich den Herausforderungen der Zeit zu stellen – modern, verantwortungsbewusst und im Geist katholischer Werte.
Für das Jahr 2026 gilt es, die gewonnenen Erkenntnisse umzusetzen, die Digitalisierung voranzutreiben und die finanziellen Rahmenbedingungen zu stabilisieren. Besonders die Entlastung der Verwaltungskräfte und die Weiterentwicklung unserer Bildungsangebote stehen dabei im Fokus. Mit den geplanten Innovationen und der engen Zusammenarbeit aller Beteiligten blicken wir zuversichtlich in die Zukunft – als lebendiger, weltoffener und zukunftsorientierter Ort der Begegnung, Bildung und Familienförderung.

Inhaltliche Schwerpunkte des Jahres 2025

Das Jahr 2025 war wie oben bereits beschrieben für das Bildungsforum geprägt von strategischer Steuerung, intensiver Finanzarbeit sowie gezielter organisatorischer Weiterentwicklung.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Bildungsarbeit lag auf den Förderprogrammen und Mittelabrufen. Der kurzfristige teilweise Wegfall von Fördermitteln, insbesondere im Bereich der Elternstartmittel, erforderte eine Anpassung der Finanzplanung und erheblichen Einsatz in der Lobbytätigkeit. In diesem Zusammenhang wurde weiterhin besonderer Wert auf die Förderung finanziell weniger leistungsstarker Menschen gelegt, um den Zugang zu Bildungsangeboten zu sichern.

Ein Gespräch im Landtag in Düsseldorf stand im direkten Zusammenhang mit diesen Fördereinbußen. Ziel war es, die Auswirkungen darzustellen und Lösungen zu erarbeiten. Im Ergebnis konnte erreicht werden, dass ein Großteil der Fördermittel zum Jahr 2026 wieder zur Verfügung gestellt wurde.

Im Bereich der internen Organisation standen Personalentscheidungen sowie die Zuteilung von Personalstunden im Fokus. Durch die deutliche Verjüngung unserer Teams in den vergangenen Jahren, ist durch z.b. Elternzeiten eine flexiblere Personalplanung notwendig. Die Erfordernisse des katholischen Bildungsforums sowie der Mitarbeitenden konnten aber in großen Teilen in Deckung gebracht werden. Die Ressourcen wurden gezielt und bedarfsorientiert eingesetzt, um die Qualität der Angebote sicherzustellen. Gleichzeitig wurde die Konzentration auf kurze und effiziente Abläufe vorangetrieben. Einheitliche Strukturen erwiesen sich dabei als zweckmäßig und unterstützten eine klare und transparente Arbeitsweise.

Ein weiterer zentraler Punkt war die Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur. Die Webseite wurde stabilisiert und systematisch zu einem Webshop mit verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten ausgebaut. Parallel dazu erfolgte die Umstellung von internen Abläufen hin zu stärker webbasierten Buchungsprozessen, wodurch sowohl Effizienz als auch Nutzerfreundlichkeit gesteigert werden sollen. Einmal mehr hat sich unser Software Anbieter Kufer SQL hier als nicht zukunftsfähig erwiesen.

Zur Sicherung und Weiterentwicklung des Angebots wurde zudem eine Werbekampagne zur Gewinnung neuer Dozentinnen und Dozenten initiiert. Unter diesem Berichtsteil finden sich weitere Hinweise dazu.

Zusammenfassend war die Tätigkeit des Bildungsforums im Jahr 2025 geprägt von einer Kombination aus finanzieller Stabilisierung, organisatorischer Weiterentwicklung, Digitalisierung und strategischer Ausrichtung. Dabei standen die Sicherung der Bildungsangebote, die Entwicklung neuer Angebot zum Beispiel im religiösen Bereich oder in der künstlichen Intelligenz, sowie die Förderung von Teilhabe und regionaler Vernetzung weiterhin im Mittelpunkt.

 

Weiterführende Informationen:

Bsp. Werbekampagne Dozentinnen und Dozenten, Instagramm

Lüdinghausen: https://youtube.com/shorts/q2EDob8Hl3Q?feature=share

Werne: https://youtube.com/shorts/IrHZa_rDocQ?feature=share

Selm: https://youtube.com/shorts/6Fh1vanJCNE?feature=share

Dülmen: https://youtube.com/shorts/t3rOOJ4eGNU?feature=share

Coesfeld: https://youtube.com/shorts/SnajwTmQcR4?feature=share

 

Ausblick auf das Jahr 2026

Für das Jahr 2026 setzt das katholische Bildungsforum Coesfeld den eingeschlagenen Weg der strategischen Weiterentwicklung konsequent fort. Ziel ist es, die Organisation sowohl inhaltlich als auch strukturell zukunftssicher aufzustellen und neue Möglichkeiten in der Bildungsarbeit zu erschließen.
Ein zentraler Schwerpunkt liegt darauf, mehr Teilnehmende für die Einrichtungen zu gewinnen, beziehungsweise die aktuellen Kursangebote vollständig zu füllen. Die positive Entwicklung aus dem Jahr 2025 zeigt, dass sich eine gezielte und professionell aufgestellte Öffentlichkeitsarbeit auszahlt. Diese wird daher weiter ausgebaut und systematisiert, um die Sichtbarkeit der Einrichtungen des Bildungsforums nachhaltig zu erhöhen.
Inhaltlich wird ein Focus auf den Ausbau der beruflichen Bildung gelegt. Neue und erweiterte Angebote in den Bereichen KITA-Kräfte, Prävention sex. Gewalt sowie weiteren Zukunftsfeldern sollen dazu bei-tragen, das Portfolio zu stärken und gleichzeitig unabhängiger von schwankenden Fördermitteln zu werden.
Der Bereich Bildungsurlaub wird als wirtschaftlich und inhaltlich lohnendes Angebot weiterentwickelt und ausgebaut. Zudem ist die Einführung von Rehakursen sowie der Wiederaufbau eines krankenkassenanerkannten Kursportfolios vorgesehen, um neue Zielgruppen und eine attraktivere Preisgestaltung zu erreichen und bestehende Angebote zu ergänzen.
Zur Sicherung von Qualität und Vergleichbarkeit wird eine Standardisierung der Teilnehmerbefragungen umgesetzt. Ein einheitlicher Fragebogen sowie ein klar definierter Umsetzungsrhythmus ermöglichen zukünftig ein strukturiertes und auswertbares Feedback über alle Kursangebote hinweg.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der internen Zusammenarbeit und Führungskultur. Durch regelmäßigere Feedbackmöglichkeiten zwischen den Führungskräften wird die Abstimmung verbessert und Entscheidungsprozesse beschleunigt. Parallel dazu wird gemeinsam mit allen Mitarbeiten-den ein modernes Leitbild entwickelt, das die gesellschaftliche Bedeutung der Bildungsarbeit klar formuliert und Orientierung für zukünftige Aktivitäten bietet.
Im Bereich der Organisation und Steuerung wird die Budget- und Finanzkompetenz gezielt gestärkt. Transparente Finanzrahmen, klare Richtlinien sowie interne Schulungsangebote fördern Eigenverantwortung und Handlungssicherheit auf allen Ebenen.

Zur inhaltlichen Weiterentwicklung des Programms wird die systematische Trendbeobachtung ausgebaut. Die Haupt- und Programmverantwortlichen erhalten gezielte Impulse durch das Leitungsgremium. Die Teilnahme an Fachmessen und programmorientierten Netzwerktreffen wird gefördert, um gesellschaftliche Entwicklungen frühzeitig und schneller als bisher in die Angebotsplanung zu integrieren.
Auch die Digitalisierung bleibt ein zentraler Baustein. So wird sichergestellt, dass das Front Office jeder-zeit auf alle kursrelevanten Daten zugreifen kann, da diese zentral im System (Kufer SQL) hinterlegt sind. Darüber hinaus ist der Einsatz von KI-gestützten Anwendungen geplant, um Entscheidungsprozesse zu beschleunigen und den Kundenservice weiter zu verbessern.
Ein wichtiger organisatorischer Schritt ist zudem die Umstellung auf eine flexible, kontinuierliche Kursplanung, wodurch neue Themen und Angebote schneller umgesetzt werden können. Hier werden die letzten Einrichtungen zur Umsetzung angehalten.
Abschließend gewinnt das Thema Nachhaltigkeit weiter an Bedeutung. Durch den Einsatz eines eigenen Tools zur Erfassung und Kommunikation von CO₂-Reduktionsmaßnahmen wird das ökologische Engagement des Bildungsforums sichtbarer und gezielt weiterentwickelt.
Insgesamt steht das Jahr 2026 damit im Zeichen von Wachstum, Professionalisierung, Digitalisierung und inhaltlicher Erweiterung, mit dem klaren Ziel, die Position des Bildungsforums als moderner und leistungsstarker Bildungsanbieter weiter zu stärken.